
Der Botanische Garten Rombergpark in Dortmund – ein Spaziergang durch die Welt
Ein Besuch im Botanischen Garten ist sicherlich etwas, was Kinder und Jugendliche nicht unbedingt zu Jubelstürmen anregen wird. Und doch lohnt es sich, auch die Welt der Pflanzen einmal zu erkunden. Denn von der kleinen Blume bis zum großen Baum erzählen sie alle eine eigene Geschichte – und tragen zu Gesundheit und Wohlbefinden von uns Menschen bei. Besonders gut gelingt das im Dortmunder Rombergpark, der Pflanzenarten aus aller Welt präsentiert.Ein Streifzug durch die Jahrhunderte
Mit Siebenmeilenstiefeln schreitet der Botanische Garten seinem 100. Geburtstag entgegen – das im Jahre 1927 offiziell durch die Stadt Dortmund eröffnete Gelände befindet sich aber auf jener Stelle, auf der ab dem späten 13. Jahrhundert das Schloss Brünnighausen mit seinen Ländereien gelegen war. Sie wurden im frühen 19. Jahrhundert zu einem Barockgarten umgebaut. Viele der noch heute auf dem rund 68 Hektar großen Areal zu sehenden Wege, Gewässer und Beete stammen aus jener Zeit. Erst nach und nach erfolgte eine Erweiterung um Anlagen und feste Bauten.Der Rombergpark gehört gegenwärtig in Europa zu jenen Gärten, die eine besonders große Arboretensammlung aufweisen. Darunter werden unterschiedliche Arten an Holz verstanden – etwa 4.500 Gehölzarten und -sorten gedeihen auf dem hiesigen Boden, viele von ihnen stammen aus allen Teilen der Welt. Es bedurfte einiger Geduld, um sie in Mitteleuropa wachsen zu lassen. Schüler können hier zudem vieles über die Geschichte der Heilpflanzen lernen, die in früheren Jahrhunderten noch ein echter Lebensretter in der Not waren. Die Zusammenstellung aller Gewächse wurde auch nicht zufällig vorgenommen, sondern folgt einem klugen Muster.
Zwischen kalten und warmen Landschaften
Die meisten Besucher können kaum ermessen, mit wie viel handwerklichem Geschick und künstlerischem Gespür der Park angelegt wurde, der nicht nur alle Kontinente abzubilden versucht, sondern der ebenso bestrebt ist, Pflanzen aus warmen und kalten Klimazonen in Dortmund auszustellen. So lohnt sich ein Gang in das Kalthaus, in dem die Temperaturen konstant unter 12 Grad Celsius liegen – damit wurden ideale Bedingungen geschaffen, um das Wachstum und die Blüte exotischer Pflanzen wie Zitronen und Orangen anzuregen. Aber auch heimische Arten wie Jasmin und Kamille gedeihen unter der kalten Luft optimal.Wer es dagegen warm mag, ist im Farnhaus gut aufgehoben. Immerhin benötigen die zuweilen recht unscheinbar wirkenden Pflanzen neben der prallen Sonne auch die Wärme des Frühjahrs. Noch einmal höher gedreht wird die Heizung im Sukkulenten- sowie im Tropenhaus. Hier können von kleinen Blumen bis hin zu riesigen Palmen zahlreiche Gewächse bestaunt werden, die eigentlich auf der Südhalbkugel der Welt heimisch sind – und die nicht selten im ebenso heißen wie kargen Wüstensand ihr Leben fristen. Eine Besonderheit bilden in beiden Häusern die vielen Schmetterlinge, die gleichfalls aus wärmeren Gefilden stammen.
Die Kunst liegt im Detail
Übrigens lohnt es sich, für den Spaziergang durch den Rombergpark ein wenig Zeit einzuplanen. Immerhin schlendern die Besucher hier durch japanische Kirschbäume, sie passieren das noch erhaltene Torhaus des Schlosses Brünnighausen, sie durchqueren eine Heidemoorlandschaft und sie schreiten durch einen gänzlich naturbelassenen Wald aus Buchen. Immer wieder treten sie dabei ein in neue Landschaften mit einer fast mystischen Aura, die ihnen Neues zeigt und die ihnen viel Hintergrundwissen rund um einzelne Arten vermittelt. Besonders beliebt ist dabei der Weg durch den Heilkräutergarten – die hier gesammelten Informationen können später daheim in der Küche angewendet werden.Die Pflanzen und Gewächse verändern zu jeder Jahreszeit ihr Antlitz, der Park ist ganzjährig einen Besuch wert und wird sich stets von seiner schönsten Seite zeigen. Zudem empfiehlt es sich, mit offenen Augen durch den Botanischen Garten zu laufen. Immer wieder lassen sich Skulpturen und Mosaike finden, wurden Tafeln mit Gedichten aus aller Welt angebracht und wird somit ein Eindruck anderer Kulturen vermittelt. Für Fragen stehen die zahlreichen Angestellten des Geländes jederzeit zur Verfügung, das einmal erlernte Wissen kann anschließend in den zum Park gehörenden Räumlichkeiten vertieft werden.
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