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Schloss Hovestadt mit Barockgarten in Lippetal

Das Münsterland ist reich an Burgen und Schlössern, die von der langen Geschichte der Region erzählen. Einer dieser Zeugen ist das Schloss Hovestadt. Das Schloss liegt in der Gemeinde Lippetal im südlichen Münsterland. Die Anlage geht auf einen Rittersitz aus dem 12. Jahrhundert zurück. Später errichteten die Kölner Erzbischöfe hier eine Burg zur Sicherung der Grenze an der Lippe. Die heutige Anlage ist ein von Wassergräben umgebenes Schloss, welches das Hauptgebäude darstellt. Dazu gibt es mehrere einstöckige Wirtschaftsgebäude in der Vorburg, eine Kapelle und einen parkähnlichen Barockgarten, damit verbindet Schloss Hovestadt Geschichte mit Architektur und Natur. Das Schloss ist im Besitz der Grafenfamilie von Plettenberg. Da es privat genutzt wird, ist eine Innenbesichtigung nicht möglich, aber der weitläufige Schlossgarten ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Renaissance trifft auf Barock

Schloss Hovestadt liegt an einer strategisch wichtigen Stelle, weshalb es in seiner langen Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde. Heute prägt eine Mischung aus zwei Baustilen die Schlossanlage. Im 16. Jahrhundert beschloss der damalige Besitzer Goswin von Ketteler, das Schloss Hovestadt umbauen zu lassen. Der Baumeister Laurenz von Brachum führte den Umbau im Stil der nordischen Renaissance, genauer der Lipperenaissance, durch. Während die Front des Gebäudes nur sparsam verziert ist, zeigen die wasserseitigen Backsteinmauern aufwendige Ornamente, bestehend aus einem Netz von Rauten, Quadraten, Kreisen und Bögen. Anfang des 18. Jahrhunderts erwarb der Graf von Plettenberg die Anlage. Dieser ließ das Schloss restaurieren und die Wirtschaftsgebäude der Vorburg im barocken Stil umbauen. Im Zentrum der Anlage wurde eine Kastanienallee angelegt, die auf die Brücke zum Schloss zuführt. Im Zuge des Umbaus der Vorburg entstand auch die Schlosskapelle mit ihren üppigen Wandmalereien. Die Kapelle wurde 2008 aufwendig restauriert, hier finden regelmäßig Gottesdienste statt. Eine Besichtigung ist nach Voranmeldung möglich.

Ein Barockgarten des westfälischen Landadels

Der spätbarocke Schlossgarten im französischen Stil ist ein Gartendenkmal, welches sich über eine Fläche von 28.000 m² erstreckt. Seit 2016 ist er Teil des Europäischen Gartennetzwerks (European Garden Heritage Network). Der Schlossgarten diente zu seiner Entstehungszeit keinen repräsentativen Zwecken, sondern wurde zum Vergnügen der Besitzerfamilie angelegt. Die Anlage verwilderte zunehmend und wurde erst in den 1990er Jahren rekonstruiert. Ein detaillierter Plan des Gartens existierte jedoch nicht. Als Grundlage für die Rekonstruktion diente die einzige noch vorhandene Abbildung, ein Übersichtsplan aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Anhand dieser Abbildung wurde erkennbar, dass die Grundstruktur des Schlossgartens über die vielen Jahre erhalten geblieben ist.

Ein System von Wassergräben durchzieht die gesamte Schlossanlage. Die Gräben gliedern auch den Garten in mehrere sehr unterschiedliche Bereiche. Eine Besonderheit des Barockgartens ist das einzige in Westfalen gebaute Heckentheater. Es besteht aus einer doppelreihigen Hecke, die eine halbmondförmige Fläche umschließt. In der Mitte des Halbmondes befindet sich die Bühne, sodass die Hecke die Hintergrundkulisse des Theaters bildet. Zur Einweihung des rekonstruierten Gartens 1997 wurde das Heckentheater erstmals wieder in Betrieb genommen.

Daneben befindet sich der Baumsaal, der heute von sechs Linden umgeben ist. Der Überlieferung nach waren es ursprünglich neun Linden, die die Zacken der gräflichen Krone darstellten. Die Garteninsel ist eine vollständig von Wasser umgebene Fläche. Sie ist heute waldartig bewachsen und bietet Blicke über die Wassergräben auf das Schloss. Der Sternenbusch besteht aus acht Wegen, die durch einen zentralen Platz verbunden und von hohen Hecken gesäumt sind. Außerdem gibt es einen ehemaligen Nutzgarten, der heute als Weidefläche und zum Nadelholzanbau dient. All diese Bereiche sind nur durch Wege und Brücken miteinander verbunden, was für einen barocken Garten dieser Art eine Besonderheit darstellt.

Gästeführungen der Gemeinde Lippetal

Die Gemeinde Lippetal bietet nicht nur für das Schloss Hovestadt und seinen Barockgarten, sondern für die gesamte Region Führungen und Rundgänge an. Die Touren werden von gut ausgebildeten Guides geleitet und können individuell gestaltet werden. Es sind etwa thematische Rundgänge, naturkundliche Wanderungen oder auch Besichtigungen historischer Stätten möglich. Community: 0 Bewertungen
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