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Die Burgruine Weißenstein – verfallene Wehranlage im verwunschenen Märchenwald

Viele Kinder und Jugendliche haben sich aus Sagen und Erzählungen die vielleicht etwas klischeehafte Vorstellung von Burgen erschaffen, die in malerischen Wäldern beheimatet sind. Hier, in weitgehend idyllischer Lage, kann nichts und niemand den eigenen Frieden trüben. Ganz realistisch mag dieses Ideal zwar nicht sein – im Fichtelgebirge kommt die Idee der Wirklichkeit aber recht nahe. Auch wenn zuweilen etwas Fantasie gefordert ist, sich die heutige Ruine als einst große und standhafte Burganlage vorzustellen.

Dem Verfall preisgegeben

Die Burgruine Weißenstein befindet sich in Bayerns kleinstem Naturpark, dem sogenannten Steinwald. Das rund 860 Meter über dem Erdboden gelegene Areal wurde im ausgehenden 13. Jahrhundert erstmals erbaut sowie in den späteren Jahrzehnten stetig modernisiert und erweitert. Insbesondere der turmartige Bergfried ermöglicht noch heute einen weiten Blick auf das umliegende Areal, während die dichten Mauern des Hauptgebäudes manchem Angreifer den Zutritt verwehren mussten. Die Burg diente seinerzeit als Wohnsitz der Familie von Weißenstein, sollte aber auch Rückzugsort für die im Umkreis lebende Bevölkerung sein, falls es einmal zu unruhigen Zeiten kommt.

Kriege und Krisen blieben indes weitgehend aus. Im Gegensatz zu anderen Burgen, die in umkämpften Konflikten sturmreif geschossen wurden, blickte die heutige Ruine Weißenstein auf ein anderes Schicksal: Das Gelände wurde in der Mitte der 16. Jahrhunderts schlichtweg von seinen Eigentümern aufgegeben. Diese bewohnten das Haus nicht mehr, wodurch im Laufe der Zeit wichtige Maßnahmen der Sanierung und Erhaltung nicht stattfinden konnten. Die Burg war der Witterung und damit dem Verfall preisgegeben. Erst im Jahre 1996 begannen die Restaurationen, um wenigstens die heute noch erhaltenen Reste für die Nachwelt zu bewahren.

Eine Ruine gibt Auskunft

Die ehemalige Burg wurde mittlerweile so gut aufgebaut, dass die Besucher hier zwar kein fertiges Prunk- und Wehrgebäude vorfinden – aber dennoch ein Erkunden der Mauern sowie einzelner Räume möglich ist. Durch vorhandene Holztreppen gelingt sogar ein Aufstieg, bei dem die Gäste die einzelnen Etagen der Burg passieren und damit die jeweiligen Ausbaustufen nachverfolgen können, die im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen wurden. Denn immer wieder ergeben sich Brüche in der Architektur, der Bauweise und den verwendeten Materialien, die spannende Geschichten ihrer Zeit erzählen.

Auch der Turm – der Bergfried – wurde weitgehend restauriert, wenngleich ihm immer noch ein gutes Stück zu seiner eigentlichen Höhe fehlt. Von hier erhalten die Besucher einen einmaligen Blick auf den gesamten Steinwald, der bei gutem Wetter sogar weit in die Pfalz reichen kann. Zudem ist es beeindruckend, welche Leistung im Rahmen des Wiederaufbaus hier kurz vor der Jahrtausendwende vollbracht wurde. Bestand die Ruine in den 1990er Jahren nur aus wenigen Steinen, so ist sie heute zumindest in ihren Grundzügen als wehrhaftes Gebäude und als sicherer Wohnsitz zu erkennen.

Highlight der Wanderung durch den Steinwald

Übrigens finden über das gesamte Jahr immer wieder kulturelle Ereignisse auf der Burg statt, die einen Besuch noch lohnenswerter erscheinen lassen. Die Tour zur Burgruine Weißenstein kann zudem bequem in eine Wanderung eingebunden werden, für die der Steinwald unterschiedlich lange Strecken bereithält. Von der rund vier Kilometer langen und komfortabel zu laufenden Route für Anfänger bis hin zur 20 Kilometer umfassenden Distanz mit Höhenanstieg ist für jeden Geschmack das Passende dabei. Auch kurze Ausflüge für Kinder und Jugendliche lassen sich daher mühelos planen.

Der im bayerischen Fichtelgebirge gelegene Steinwald hat aber natürlich weitaus mehr als die Ruine der einstigen Burg zu bieten. Viele seltene Tierarten – unter ihnen Mufflons, Uhus und Luchse – finden hier ihre Heimat. Einige von ihnen können in freier Wildbahn erkundet, andere im Gehege bewundert werden. Auf Gäste wirkt das gesamte Gelände oft wie ein verwunschener Märchenwald, in dem zwischen den hohen Bäumen, den zuweilen bizarr verwitterten Felsbrüchen und manchem Bachlauf eine unberührte und geheimnisvolle Landschaft zu liegen scheint. Dass sich die Familie Weißenstein also einst dieses Areal als Standort ihrer Burg ausgewählt hat, verwundert nicht. Community: 0 Bewertungen
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