
Die Atta-Höhle in Attendorn – Deutschlands meistbesuchte Tropfsteinhöhle
Einmal dem Stress und dem Chaos des Alltags entschwinden. Gerade Schüler wünschen sich oft in märchenhafte Welten, die sie nicht an das tägliche Einerlei des Lernens erinnern. Was würde sich da mehr anbieten als ein Ausflug ins Sauerland, in dem sich mit der Atta-Höhle eine der größten und schönsten Tropfsteinhöhlen des Landes finden lässt? Zumal sich hier auch Mythen und Sagen rund um einen versteckten Schatz erzählt werden.Entstanden vor 400 Millionen Jahren
Die heutige Atta-Höhle wurde im Jahre 1907 entdeckt. In den nachfolgenden Jahrzehnten gelang es, immer weitere Stollen freizulegen, die eine Verbindung zwischen den insgesamt 52 einzelnen Höhlen schufen. Der Grund für die Entdeckung ist simpel: Arbeiter waren im Steinbruch von Attendorn zu tief in den Felsen eingedrungen und hatten dabei die Hohlräume gefunden, die mit konstant neun Grad Celsius in allen Bereichen eine gleichbleibende Temperatur aufweisen – und die damit einen sicheren Lebensraum für kleine Tierarten wie Spinnen oder Fledermäuse bieten, die durch Spalten im Gestein in die Höhle gelangen.Hier, wo sich nunmehr Jahr für Jahr nahezu eine Viertelmillion Besucher auf den etwa 40 Minuten andauernden Rundgang begeben, war vor 400 Millionen Jahren noch eine Meeresbucht gelegen. Erst durch die Ablagerungen von Kalk bildeten sich im Laufe der Zeit die heute noch zu besichtigenden Hohlräume. Im Gegensatz zu anderen Höhlen deutet in Attendorn nichts darauf hin, dass hier einmal unsere menschlichen Vorfahren gelebt haben könnten. Auch Skelette von größeren Tieren sind nicht bekannt. Vermutlich wurde die Atta-Höhle also im Jahr 1907 überhaupt zum ersten Mal entdeckt.
Das Reich der Fürstin Atta
Um viele Städte und ihre Entstehungsgeschichte ranken sich zahlreiche Mythen. In Attendorn ist das nicht anders. Hier soll es die Fürstin Atta gewesen sein, die vor Jahrhunderten in diesem Landkreis lebte, die der Stadt ihren Namen gab: Bei einem Jagdausflug hatte sie sich verlaufen, wurde von einem im Wald wohnenden Köhler gerettet und schenkte ihm die Ländereien. In ihnen, so sagte sie, befinde sich ein Schatz. Mit ihm dürfte wohl die Höhle gemeint gewesen sein, die sich den Gästen tatsächlich wie eine farbenfrohe und glanzvolle Truhe voll Schmuck und Edelsteinen zeigt.Die Mischung aus Luft, Wasser und den im Gestein gebundenen Elementen hat über Jahrmillionen hinweg die prächtigsten Farben entstehen lassen. Die von der Decke der Tropfsteinhöhle hängenden Stalaktiten und die von ihrem Boden in die Höhe ragenden Stalagmiten wirken zuweilen wie funkelnde Diamanten. Einige von ihnen stehen der Größe nach aufgereiht wie die Orgelpfeifen. Andere nehmen eine krumme Gestalt an – und präsentieren sich aus der Ferne bei schummerigem Licht wie ein im Berg lebender Troll. Die Fantasie spielte hier schon manchem Besucher einen Streich.
Wertvolle Informationen ergänzen die Tour
Übrigens lohnt es sich, den Rundgang nicht allein zu bewältigen, sondern sich dabei von den Angestellten der Atta-Höhle unterstützen zu lassen. Sie können den Gästen wertvolles Hintergrundwissen vermitteln, ihnen die einzelnen Höhlen zeigen und sie sicher durch den langen Stollen führen. Allerdings bleibt einer der unterirdischen Räume dabei verschlossen: In ihm wird aufgrund der idealen Kombination aus geringen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ein eigener Käse gelagert, der hier reifen darf und der später im Shop erworben werden kann.In der Höhle ist es still. Lediglich die Tritte der Touristen und die Worte der Guides sind zu hören – und das auch nur ganz gedämpft. Eventuell plätschert in der Ferne ein kleiner Wasserlauf. Vielen Gästen entsteht aufgrund dieser Geräuschkulisse, der bunten Farben und der konstanten Temperaturen der Eindruck, sie haben gerade eine märchenhafte Welt betreten, die nichts von dem Stress und dem Chaos unserer Erde kennt. Abschließend ist ein Besuch des zur Höhle gehörenden Museums empfehlenswert. Hier können die Besucher zahlreiche Mineralien und Fossilien bewundern, die im Gestein gefunden wurden.
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