
Die Kunsthalle Kühlungsborn – eine Begegnungsstätte für Kunstliebhaber und Künstler
Lehrern gelingt es im Rahmen der Kunsterziehung nicht immer ganz einfach, den Kindern und Jugendlichen zu erläutern, was Kunst eigentlich ist – und welche Bedeutung sie für den Einzelnen haben kann. In solchen Situationen lohnt sich eine Fahrt an die Ostsee. Vielleicht, um beim Planschen im kalten Wasser ein wenig das Gemüt abzukühlen. Und wer schon einmal dort ist, kann die Kunsthalle Kühlungsborn besuchen. Hier wird die Kunst nicht nur ausgestellt, sondern auch umfassend erläutert.Direkt an der Ostsee gelegen
Als die heutige Kunsthalle im Jahre 1914 fertig gestellt wurde, da galt sie als ein wenig extravagant. Die hohen Räume des direkt an der Ostsee gelegenen Gebäudes sollten Touristen eine Begegnung mit Dichtern und Autoren ermöglichen. Hier, wo zumeist bessergestellte Menschen ihren Urlaub verbrachten, wurde das kulturelle Freizeitprogramm gern mit Lesungen ausgestaltet. Der im Jugendstil errichtete Bau ist dafür perfekt geeignet, seine hellen Hallen lassen eine lockere Stimmung entstehen. Kühlungsborn bot damit ein touristisches Highlight, das andere Ostseestädte nicht vorweisen konnten.Die Halle wurde im Jahre 1991 grundlegend saniert und in eine neue Verwendung überführt. Sie ist nunmehr nicht mehr nur Anlaufpunkt für die Freunde der Literatur, sondern richtet sich an Kunst- und Kulturinteressierte. Ihr ganzjähriges Programm spricht junge und alte Gäste an, indem es unbekannten ebenso wie prominenten Künstlern eine Bühne bietet. Nicht selten handelt es sich dabei um die ersten Gehversuche mancher Maler und Bildhauer, die von Kühlungsborn aus in eine erfolgreiche Karriere starten. Vor allem den Kindern und Jugendlichen unter den Gästen wird dabei geholfen, Kunst zu verstehen und sie zu interpretieren.
Von regional bis international
Die Kunsthalle Kühlungsborn hat in ihrer fast 35-jährigen Geschichte schon manch großen Künstler in ihrem Repertoire gehabt. Picasso und Dali etwa, aber auch von Emil Schumacher und Marc Chagall hingen bereits Bilder in diesen Hallen. Zugegeben, solche Ausstellungen finden eher selten einmal statt, locken aber ein aus der ganzen Welt kommendes Publikum in die kleine Gemeinde an der Ostsee. Nicht immer handelt es sich dabei nur um Zeichnungen und Gemälde – auch Fotografien, Plastiken und Skulpturen können in den hohen und lichtdurchfluteten Räumen bewundert werden.Der eigentliche Fokus der Galeristen liegt aber auf der regionalen Kunst. Zeitgenössische Darstellungen sind dabei ebenso erwünscht wie Ansichten aus den letzten Jahrhunderten. Das Thema der Ostsee und des Lebens an diesem Meer zieht sich wie ein roter Faden durch die unterschiedlichen Ausstellungen. Denn wo Touristen gern Urlaub machen, da ist das Dasein der Einheimischen nicht immer leicht und komfortabel. Die raue See, die mit oft ungezügeltem Charakter den Menschen gegenübersteht, lässt sich in tausenden Bildern wiederfinden. Es lohnt sich, das Meer auch dieser Perspektive zu betrachten.
Eine Begegnungsstätte für Kunst und Kultur
Übrigens sollten Laien keine Berührungsängste haben: Die Kunsthalle verfügt über pädagogisch geschultes Personal, das den Anwesenden – sehr gern auch Kindern und Jugendlichen – die Inhalte der Ausstellungen erläutert und dabei auf einzelne Kunstwerke eingeht. Das gemeinsame Interpretieren der Bilder nimmt somit eine zentrale Rolle ein: Richtige oder falsche Ansätze gibt es kaum – es geht vielmehr darum, dass der Betrachter etwas in einer Malerei erkennt, das ihn anspricht und vielleicht sogar seine Gedanken und Gefühle berührt. Die Kunsterziehung findet hier also am Objekt statt und soll den Nachwuchs zum Mitmachen animieren.Etwa acht bis zehn Ausstellungen richtet die Kunsthalle Kühlungsborn in jedem Jahr aus. Im gleichen Zeitraum werden immer wieder einzelne Räumlichkeiten für Konzerte, Lesungen und sonstige öffentliche Veranstaltungen genutzt. Angesprochen werden damit nicht nur Fans der Kunst, sondern vielmehr alle Liebhaber kultureller Ereignisse. Das hier Gezeigte und Erlebte soll zu Gesprächen anregen und einen Austausch unter Fremden sowie unter Gleichgesinnten ermöglichen. Der Bau bleibt sich also gewissermaßen treu und wird in Teilen noch immer so verwendet wie bei seiner Eröffnung. Community: 0 Bewertungen
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